Turmbewohner

 

Wintertauben und Frühlingsdohlen

Während die heimischen Vogelarten nur zu bestimmten Zeiten im Jahr brüten, vermehren sich die verwilderten Stadttauben offensichtlich das ganze Jahr über: Ein Taubenpaar bezog im Herbst den Turmfalkenkasten und zog im Dezember 2021 ein Junges groß, das an Weihnachten ausflog. Ende Januar, bei Dauerfrost, lagen bereits die nächsten zwei Taubenküken eng aneinandergekuschelt im Kasten. Zwei Wochen später hatte sich bei ihnen bereits ein wärmendes Federkleid gebildet. Ende März erneut zwei Eier, aus denen sich im April zwei weitere Jungtäubchen entwickelten. Und nebendran liegen schon wieder zwei Eier.
 
 
 
Seit der erfolgreichen Brut 2021 besuchen die Turmfalken nur noch sporadisch den Turm und haben auch im März/April 2022 keinen Versuch unternommen, den Nistkasten wieder für sich einzunehmen. Aber in den letzten Apriltagen sind sie wieder vermehrt am Turm anwesend. Mal sehen!
Im Gegensatz dazu suchten die Dohlen auch über den Herbst und Winter immer wieder den Turm auf. Zwei Dohlenpaare vollführten bereits Ende Januar erste Balzflüge um den Turm. Mitte April lag dann das erste Dohlenei in einer tiefen Nestmulde. Und jetzt werden 6 Eier bebrütet.
 
 

Dohlen, Tauben und Turmfalken prägten die Brutzeit 2021

Im Frühjahr 2021 haben erstmals Dohlen die für sie vorgesehenen Nistkästen entdeckt, nach ihrem Geschmack mit Stöckchen und Moos ausgepolstert und darin gebrütet. Von Anfang April bis Mitte Juni war das Keckern dieser geselligen kleinen Rabenvögel am Turm vorherrschend. Somit war kein Platz mehr für die Schleiereulen, die in den vorangegangenen zwei Jahren in diesen Kästen gebrütet hatten (siehe Bilderserie unten).
Anfang April 2021 hat auch ein Turmfalkenpärchen die Ostseite des Kirchturmes und den dort eingebauten Nistkasten wieder für sich in Besitz genommen und erstmals erfolgreich gebrütet. In der nachfolgenden Bilderserie ist dies anschaulich dokumentiert.
Bereits im Herbst 2020 haben sich Stadttauben am Turm breit gemacht und in einem Dohlenkasten sogar im November zwei Junge erfolgreich großgezogen. Im März fanden sich sowohl im Turmfalkenkasten als auch in einem Dohlenkasten Taubeneier. Aber als im April die Falken und Dohlen einzogen, mussten sich die Tauben zurückziehen und an die Nordseite des Glockenturms ausweichen. Und kaum hatten die Dohlen ihr Brutgeschäft beendet, legte eine Taube im Juli ein Ei in ein leeres Dohlennest. Ende Juli war dieses Ei wieder verschwunden, Mitte August lag in einem anderen der drei Kästen wieder ein Taubenei. Der Eier-Krimi hört demnach nicht auf.
Jedenfalls bietet der Turm seit dem Einbau etlicher Nistkästen jede Menge spannender Überraschungen und zeigt die Dynamik der Besiedelung durch verschiedene Vogelarten.
 

Turmfalken im Kirchturm

Die nachfolgende Bildersequenz zeigt die erste erfolgreiche Brut von Turmfalken in der Brutsaison 2021. Aus den drei Eiern schlüpften Küken, von denen nur ein Jungvogel Ende Juli flügge wurde. Seitdem streift er umher und erbettelt zwischendurch noch von seinen Eltern Nahrung.
 
 

Schleiereulen im Kirchturm von Bruder Klaus

Im Frühsommer 2019 entdeckte ein Schleiereulen-Paar die Nistkästen, die Ende 2018 im Turminneren an der Westseite angebracht wurden, und nahm sie als Dreizimmerwohnung in Besitz. Ende September verließen 3 junge Schleiereulen diesen neuen Brutplatz. Im Frühjahr 2020 hatten die Schleiereulen still und heimlich die Kästen wieder in Beschlag genommen, 5 Eier bebrütet und wiederum drei Jungen erfolgreich großgezogen. Drei Wochen lang trainierten die Jungeulen rund um den Kirchturm ihre Flügelschläge und das Abfliegen und Landen, bevor sie den Brutplatz endgültig verließen. Die nachfolgenden Bilder dokumentieren den erfolgreichen Brutverlauf der Schleiereulen im Jahr 2020 im Kirchturm Bruder Klaus.